World Refrigeration Day am 26. Juni 2019

Dem ein oder anderen mag aus Schulzeiten die thermodynamische Temperaturskala noch in leidvoller Erinnerung geblieben sein. Eingeführt hatte diese William Thomson, 1. Baron Kelvin oder kurz Lord Kelvin, bereits im Alter von 24 Jahren. Jenem am 26. Juni 1824 in Belfast geborenen William Thomson zu Ehren wird die absolute Temperatur mit der Einheit „Kelvin“ bemessen.

Was hat nun dieser ältere Herr und sein 195. Geburtstag am 26. Juni mit unserer heutigen Zeit zu tun? In diesem Jahr wird zu seinem Geburtstag der „World Refrigeration Day“, der Welttag der Kältetechnik begangen. An diesem Tag möchte eine Branche, die sich tagtäglich mit der Thermodynamik beschäftigt, die aber trotz ihrer enormen wirtschaftlichen Bedeutung in der breiten Öffentlichkeit vielfach gänzlich unbekannt ist, auf ihre Arbeit und ihre weit verbreiteten Anwendungen aufmerksam machen.

Oder wussten Sie, dass ohne Kältetechnik kein Rechenzentrum, keine Hochleistungsserver, ja noch nicht einmal das Mobilfunknetz funktionieren würde? Unser modernes Leben wäre ohne die Kälte- und Klimatechnik gar nicht mehr denkbar! Dabei geht es nicht nur um die Lebensmittelversorgung, Frischwaren und Tiefkühlkost, sondern auch um das Gesundheitswesen, Pharmazie und Krankenhäuser, industrielle Prozesse und Rechenzentren für eine funktionierende Infrastruktur wie Mobilfunk- und Verkehrsleitsysteme sowie die Klimatechnik in Bürogebäuden oder Versammlungsstätten bis hin zu speziellen Anwendungen in der Medizin wie z.B. Kältekammern zur Rheumabehandlung bei -110°C. Diese Aufzählung lässt sich beliebig fortsetzen, kein Bereich ist ausgenommen.

Bedenkt man schließlich noch, dass auch Heizungswärmepumpen im Grunde Kälteanlagen sind (sie arbeiten nach demselben Prinzip, man nutzt nur das „warme Ende“ des Prozesses), dann stellt die Kältebranche sogar ein besonders ökologisches Heizsystem zur Verfügung. Die Kältetechnik begleitet uns von der Wiege bis zur Bahre, ist der Hidden Champion unserer Zeit, wird aber kaum wahrgenommen. Obwohl jeder ein kaltes Bier trinken möchte, weiß kaum jemand, wer es kalt macht.

Das ist insofern ein Problem, dass ausgerechnet die Branche, die in unzähligen Lebensbereichen einen existenziellen Beitrag leistet, noch deutlich stärker unter dem hinlänglich bekannten Fachkräftemangel leidet, als andere Bereiche unserer Wirtschaft. Und das obwohl die Kältebranche von der Ausbildung bis zum Studium alle beruflichen Möglichkeiten bietet und gleichzeitig ein vielfältiges und abwechslungsreiches berufliches Umfeld, das neben den Kernbereichen der Kälteerzeugung auch Elektrotechnik, digitale Medien und Umwelttechnik umfasst. Unter www.der-coolste-job-der-welt.de finden Interessierte dazu weitere Informationen. Eine interessante und zukunftssichere Branche erwartet Sie.

Weitere Informationen unter www.bonner-stimme.de

VON DER WIEGE BIS ZUR BAHRE - DIE WIRTSCHAFTLICHE BEDEUTUNG DER KÄLTEBRANCHE

Was haben eine Tiefkühl-Pizza, ein Smartphone und eine Blutbank im Krankenhaus gemeinsam? Richtig – ohne die moderne Kälte- und Klimatechnik würde es all das nicht geben!

Das haben sie nicht gewusst? Dann gehören sie zu dem weitaus größten Teil der Bevölkerung, der diese Technik jeden Tag nutzt, aber nicht weiß, wie das alles funktioniert und wer für diese unauffällige Technik zuständig ist.

Bäcker, Metzger, Landwirte und Gastronomen versorgen uns mit frischen und eine lange Zeit haltbaren Lebensmitteln. Klimatisierte Rechenzentren sorgen für einen reibungslosen Datenverkehr für Mobilfunk, Verkehrslenkung oder den Geldverkehr. Die Klimaanlage im Büro sorgt für eine angenehme Arbeitsatmosphäre. In fast jedem PKW sind heute serienmäßig Klimaanlagen, auch Busse und Schienenfahrzeuge sind klimatisiert und man merkt es erst, wenn die Technik einmal ausfällt.

Dies sind noch lange nicht alle Einsatzgebiete. Ein Krankenhaus ohne Klimatechnik für den keimfreien OP oder die Intensivpflege, die Kühlung von Blutkonserven und temperaturempfindlichen Medikamenten ist Voraussetzung für ein funktionierendes Gesundheitssystem; Halbleiter und Microchips werden in sogenannter Reinraum-Atmosphäre produziert und Kunststoffartikel müssen nach dem Spritzvorgang möglichst rasch wieder abgekühlt werden.

Dabei haben wir die Transportkühl- und Tiefkühlung, die Eisbahnen, Schwimmbäder und vieles weitere noch gar nicht erwähnt. Auch die Wärmepumpe, die heute einen immer größeren Raum in der Beheizung von privatem Wohnraum einnimmt, ist letztlich ebenso eine Kälteanlage (bei der die warme Seite genutzt wird).

In Deutschland sorgen rund 3.000 Kälte-Klima Fachbetriebe mit ca. 30.0000 Mitarbeitern dafür, dass das moderne Leben so reibungslos funktioniert, wie es das in den allermeisten Fällen tut. Und wenn die Technik doch einmal ausfällt, steht in der Regel ein Notdienst 24 Std an sieben Tagen in der Woche einschließlich Feiertagen zur Verfügung (auch wenn es eher selten erforderlich ist).